Agoge

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Am 26. Juni 2012 konnten mein Bruder Manuel und ich unser Projekt an der Cima Scotoni in der Fanesgruppe nach mehrtägigen Anläufen abschließen. Plötzlich einsetzender Regen und Kälte verhinderten Ende Mai unser Vorhaben.

Nach einer Schlechtwetterphase Mitte Juni gelang uns im rechten noch freien Wandteil der Cima Scotoni die Erstbegehung. Die Route trägt den Namen „Agoge“ und ebendieser Name drückt aus Sicht der Erstbegeher die Charakteristik der Linie am trefflichsten aus. Die spartanische Absicherung erfolgt ausschließlich mittels Normalhaken und mobilen Sicherungen. Die Routenfindung erfordert ein wachsames Auge und ein gutes Gespür für natürliche Gegebenheit der Linie. Das Klettern verlangt Mut und Entschlossenheit. Also all jene Tugenden, die die Knaben Spartas sich im Laufe ihrer Erziehung aneignen mussten. Die Route, deren Einstieg sich ca. 50 Meter rechts von der klassischen Lacedelli – Führe befindet, weist über 400 Klettermeter auf, wobei Schwierigkeiten bis zum oberen achten Grad gemeistert werden müssen. An der Stelle wo die Fachiri-Führe in einem 60 m Quergang nach links verläuft, zieht die „Agoge“ gerade nach oben. Obwohl in den schwierigeren Seillängen einige Schlaghaken stecken, müssen weite Strecken mit Friends und Klemmekeilen entschärft werden. Die Felsqualität soll sehr gut sein. Umso erstaunlicher ist es, dass sich nicht schon vorher jemand dieses „leckere“ Stück Kuchen von der „Scotoni-Torte“ schmecken ließ.

 

 

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