Eiserne Jungfrau

TB EiserneJungfrau

Im März 2015 eröffnete ich gemeinsam mit Vittorio Messini eine neue Route – die „Eiserne Jungfrau“ – in den Pragser Dolomiten in Südtirol. Die Idee zu dieser Route hatte Vittorio. Er hatte eine neue Linie im Pragsertal entdeckt und war motiviert ein neues Projekt anzugehen.

Ursprünglich plante Vittorio die 2001 von Christoph Hainz und Oswald Satin eröffnete Mixroute „Beer drinking“, welche nur mit Normalhaken gesichert wurde, zu klettern. Gemeinsam mit Patrick Seiwald konnte ich diese anspruchsvolle Tour 2011 durchsteigen. Aufgrund eines Felssturzes wurde die Route jedoch großteils zerstört. So entschied sich Vittorio dafür eine anderen Weg durch Fels und Eis zu suchen und machte rechts neben der ursprünglichen Route eine neue Linie ausfindig. Diese führt direkt unter ein großes Dach und lies nicht lange auf sich warten.

Topo Eiserne Jungfrau

Am 3. März 2015 stapften wir mit unseren schwer bepackten Rucksäcken Richtung Rauhe Gaisl. Am Wasserfall angekommen erblickten wir die beeindruckende Linie über unseren Köpfen. Ich war begeistert.

Wir starteten das Projekt und entdeckten unverhofft bei der Kletterei im unteren Teil der Wand ein Risssystem, welches uns zum geplanten Routenverlauf führte. Nach zweieinhalb Stunden war ich die erste Seillänge On-Sight erstbegangen und hatte dabei einen Kubikmeter Gestein aus dem Weg geräumt – sprich nach unten geworfen.

Das Brennen in meinen Unterarme war noch deutlich spürbar als Vittorio den ersten Stand erreichte. Die nächsten Meter präsentieren sich uns von diesem Punkt aus anspruchsvoll und ebenso schwierig schien die Absicherung dieses Teilstücks. Wir setzen die Kletterei fort und schlugen nach einem technischen Abschnitt den ersten Normalhaken in die Wand direkt unter dem Dach. Bis dorthin war die Absicherung lediglich mit Peckern möglich. Ein waagrechter Riss gab den weiter Weg vor. Nach sechs Metern erreichte ich endlich den grandiosen Eisvorhang, in welchen ich ein Loch schlug um auf die äußere Seite des Eiszapfens zu gelangen.

Drei Tage später standen Vittorio und ich wieder unter der Linie, dieses Mal jedoch mit dem Vorhaben, die Tour Rotpunkt zu besteigen. Es gelang uns beiden die Route im Vorstieg frei zu klettern. Die Tour erhielt von uns den symbolischen und charmanten Namen „Eiserne Jungfrau“.

 



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