MFG

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Der Rastentalfall in Rein ist sicher einer der beeindruckendsten Wasserfällen in diesem Tal. Die schöne und sehr beliebte Route „Crazy Diamond“ hat meistens gute Bedingungen und so kann man sie fast jede Saison klettern. Auch in diesem Jahr hatte der Eisfall super Verhältnisse und da er quasi vor meiner Haustür steht, kletterte ich die Route „Crazy Diamond“ 4mal in 10 Tagen. Immer wenn ich am Einstieg stand, schaute ich den linken Teil an, der noch ohne Route war. Langsam aber sicher kam mir die Idee, dort eine Neutour zu machen. Schon als ich mit Vittorio Messini in diesem Jahr das erste Mal die „Crazy Diamond“ geklettert bin, sprach ich diese Idee kurz an. Ca. zwei Wochen später rief ich ihn an, um zu fragen ob er Zeit und Lust hätte, es zu versuchen. Ohne lange nachzudenken gab er sein Ok und wir machten fix aus. Am 18.1 ging es mit vollem Gepäck Richtung Rastentalfall. Wir konnten es nicht mehr erwarten, Hand anzulegen. Für mich war es wichtig, auch diese Tour ohne Bohrhaken zu eröffnen und so gab uns die Natur die schöne Linie vor. Immer wieder überraschten uns feine Risse wo wir gute Haken versenken konnten. Teils technisch teils frei ging es langsam nach oben. Nachdem wir den ersten Eiszapfen erreicht hatten, konnten wir an einem Absatz einen angenehmen Stand einrichten. Die ersten 35 Meter lagen hinter uns und auch der Tag neigte sich langsam dem Ende zu. Zufrieden seilten wir ab und verabredeten uns wieder für den nächsten Tag. Mit neuer Energie ging es weiter. Die steile zweite Seillänge führte uns nach links wo wir nach 15 Metern unsere Eisgeräte wieder ins Eis versenken konnten. Bevor wir Feierabend machten, sollten sich am diesen Tag noch eineinhalb Seillängen ausgehen.
Am 25.1 kehrten wir wieder zurück, mit dem Gedanken die Tour zu Ende zu bringen. Voller Tatendrang ging es wieder an die Arbeit. Eine schwache ausgebildete Rampe führte von links nach rechts wo wir wieder einen schönen Eiszapfen erreichten. Zehn Meter über diesen war ein geeigneter Platz, den nächsten Stand mit zwei Eisschraufen zu machen. In der letzten Seillänge entschieden wir uns, wieder nach links zu klettern. Zuerst folgten wir einer dünnen Eisglasur, die den Felsen überzog, dann erreichten wir den letzten Eiszapfen. Über diesen kletterten wir noch genussreiche 15 Meter weiter bis wir schließlich am Ende unserer Erstbegehung ankamen. Nun ließen wir unserer großen Freude freien Lauf.
Fünf Tage später standen wir wieder am Einstieg. Unsere Absicht war es, der Route die erste freie Begehung abzuringen. Nachdem die Route etwas geputzt wurde und die schwierigsten Stellen ausgebouldert waren, konnten wir alle Seillängen den roten Punkt verpassen.
Da wir nachträglich noch einige Haken schlugen und auch fixe Schlingen mit teilweise Karabinern hinterließen, um die Tour Wiederholerfreundlich zu hinterlassen, entstand der Routenname MFG…mit freundlichen Grüßen😊

Routeninformationen

Route: „MFG“
Erstbegeher: Simon Gietl und Vittorio Messini
Erstbegehung: Januar 2018
Erste Rotpunktbegehung: Simon Gietl am 31.01.2018
Schwierigkeit: M9
Charakter: Die Tour befindet sich am Rastentalfall, links des Klassikers „Crazy Diamond“ Es ist eine wunderschöne Mixedlinie, die an meist guten Hooks, entlang feiner Risse und an Bändern verläuft.
Absicherung: Es wurden keine Bohrhaken verwendet
Material: 1 Serie Friends bis 2, alle geschlagenen Stände und Zwischenhaken wurden belassen
Anfahrt und Zustieg: von Bruneck nach Sand in Taufers und weiter nach Rein in Taufers. Kurz vor der Ortschaft ist der Fall auf der rechten Seite, nicht zu übersehen. Im Bereich der Brücke parken und den Hang hinauf zum Einstieg folgen.
Abstieg: Man kann entweder beim Austieg links die Runde gehen oder in 2x60m steil abseilen.

Topo zum herunterladen findet ihr hier

Achtung Lawinengefahr beachten!!!

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